Die Wohnung von Gustave Moreau

Bevor Gustave Moreau den Entschluss fasste, sein Haus in ein Museum umzugestalten, hatte er schon geplant, die Stücke aus der ersten Etage, wo er mit seinen Eltern gelebt hatte, in einem „kleinen Museum“ aufzubewahren. Als 1895 die großen Ateliers gebaut wurden, wurde der vordere Teil des Hauses abgerissen und somit auch das ehemalige Schlafzimmer seiner Mutter.

Vue de la chambre à coucher de Gustave Moreau

Das Mobiliar und die Erinnerungsstücke wurden auf die übrigen Räume verteilt: auf das Esszimmer, den Salon, aus dem ein Schlafzimmer wurde ‒ obgleich Moreau vor allem in seinem Atelier lebte ‒ und das ehemalige Schlafzimmer von Gustave Moreau, das ein Boudoir wurde, in dem er die Andenken an Alexandrine Dureux, die zu früh verstorbene Freundin, deren Mobiliar er aufgekauft hatte, aufbewahrte. Die Wohnung hatte nichts mehr mit jener gemein, in der Gustave Moreau mit seinen Eltern gelebt hatte; der Künstler hatte seine persönlichen Erinnerungsstücke und die geliebter Menschen symbolisch in der Wohnung inszeniert.

Vue du boudoir à la mémoire d'Alexandrine Dureux

Die Anordnung ist für die Ewigkeit und nicht für das alltägliche Leben bestimmt. Ab 1896 richtete sich der Künstler in seinem Empfangskabinett ein, in dem er während seiner letzten zwei Lebensjahre seine Besucher empfing. Dieser Saal mutet wie ein modernes Kuriositätenkabinett an, in dem sich seltene Bücher, kostbare und ungewöhnliche Objekte, die Moreau geerbt oder zeit seines Lebens gesammelt hatte, aneinanderreihen.

Vue du Cabinet de Réception de Gustave Moreau